1.Trockenrisse
und Verwerfen, Schwinden und Quellen:
Alle
Hölzer, die der Witterung ausgesetzt sind, können bei Regen Wasser
aufnehmen. Dabei vergrößert sich das Holzvolumen (quellen).
Bei anschließender Sonneneinstrahlung trocknet das Holz rasch wieder
aus und schrumpft (schwindet). Als Folge der nicht gleichmäßigen
Struktur des Holzes, finden die Schrumpfungsprozesse bei der Austrocknung
nicht gleichmäßig statt. Es entstehen „Trockenrisse“. Ein ganz
natürlicher Prozess. Auch durch sorgfältigste Rohholzauswahl
lässt sich dieser Effekt nur verhindern oder verzögern, wenn
man mit einem Lack oder einer Dickschichtlasur die Holzoberfläche
verschließt.
Daher
empfehlen wir:
Streichen
Sie Ihr Holz regelmäßig mit 100 % offenporigen Imprägnierlasuren
(HK-Lasur Fabr. Remmers) und stören Sie sich nicht an Trockenrissen.
Sie sind etwas Natürliches. Dafür bleibt Ihr Holz lange gesund.
Auch die Stabilität wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Nach
DIN-Norm 4074 sind Trockenrisse grundsätzlich zulässig, da die
statischen Eigenschaften und die Haltbarkeit des Holzes nicht negativ beeinflusst
werden. Leichte Krümmungen und Verdrehen sind zulässig.
2.
Rauhigkeiten
Beim
Hobeln und Fräsen sind trotz hoher Sorgfalt und scharfen Werkzeugen
raue Stellen – insbesondere im Bereich von Ästen oder entgegen der
Bearbeitung gerichteten Holzfasern – nicht immer zu vermeiden. AnKappschnitten
sind wegen der quer zur Holzfaser verlaufenden Bearbeitung raue Oberflächen
und kleine Fransungen möglich.
3.
Bläue und Schimmel
In
der warmen Jahreszeit ist eine zum Teil recht intensive, meist streifig
verlaufende Bläuefärbung von unbehandelten Hölzern (insbesondere
Kiefer oder Douglasie/Lärche im Splintbereich) möglich. Die verursachenden
Bläuepilze sind jedoch nicht holzzerstörend und beeinflussen
daher nicht die Festigkeit des Holzes. Nach der Imprägnierung ist
der Befall gestoppt. Kesseldruckimprägnierte Hölzer, die nach
Fertigstellung verfahrensbedingt eine sehr hohe Feuchte aufweisen, neigen
in den Lagerpaketen zu Stockflecken und
Schimmelbefall.
Diese können aber nicht ins Holz eindringen und wirken ebenfalls nicht
holzzerstörend. Störende Flecken können leicht abgewischt
werden und gleichen sich bei der Bewitterung nach relativ kurzer Zeit an.
4.
Achtung Gerbsäure
In
allen Hölzern befindet sich „Gerbsäure“. Der Gerbsäuregehalt
im Holz ist für die natürliche Dauerhaftigkeit des Holzes verantwortlich.
Gerbsäure kann in Verbindung mit Eisenstaub zu schwarzen Verfärbungen
im Holz führen. Hierbei reichen niedrige Konzentrationen von Eisen
aus. Bitte vermeiden Sie Metallarbeiten wie „Sägen“ oder „Flexen“
in unmittelbarer Nähe des Holzes. Eisenstaub, z.B. durch Arbeiten
mit einer Trennflex, kann auch über weitere Entfernungen durch die
Luft heran getragen werden. Diese in seltenen Fällen auftretenden
Verfärbungen sind kein Mangel in der Holzqualität oder der Herstellung
des Produktes. Durch Regen ausgespülte Gerbsäure kann auch zu
Verfärbungen auf anderen Materialien wie Beton führen. Besonders
bei der Verwendung von Eiche
und
anderen Harthölzern ist diese Eigenschaft häufig und intensiv.
Auch durch Douglasie, Fichte, Kiefer oder Lärche können Verfärbungen
verursacht werden.
5.
Austritt von Holzinhaltsstoffen
Der
Austritt von Holzinhaltsstoffen bei einer fertigen Oberfläche ist
eine ärgerliche Sache. Leider ist dieser Austritt manchmal nicht zu
beeinflussen, da das Holz ein Naturprodukt ist.
Das
Austreten von Holzinhaltsstoffen ( i.d.R. Harz) tritt insbesondere bei
einheimischen Nadelhölzern, wie z.B. Lärche und Kiefer und
bei
tropischen Hölzern, wie z.B. Meranti auf. Bei der Holzverarbeitung
ist der erhöhte Harzgehalt der Hölzer oft nur in Form von Harzgallen
zu erkennen. Diese Hölzer werden aussortiert, weil bei sehr harzreichen
Hölzern die Möglichkeit besteht, daß das eingeschlossene
Harz angewärmt wird und somit austritt.
In
einschlägigen Regelwerken wird auch auf diese Problematik hingewiesen
und festgestellt, daß der Harzaustritt selbst kein Mangel ist. Aber
leider entsteht oftmals ein unansehnlicher Gesamteindruck, der aber i.d.R.
mit wenigen Handgriffen vom Nutzer selbst beseitigt werden kann.
In
solchen Fällen empfehlen wir folgende Vorgehensweisen, die je nach
Art des Harzaustritts durchgeführt werden können:
Harzaustritt:
trocken und perlenförmig
Die
Harzpartikel müssen mit einem harten Gegenstand, vielleicht auch mit
dem Fingernagel entfernt werden, wobei die Oberfläche nicht zerstört
werden darf. Für großflächige Verharzungen kann ein Schleifvlies
benutzt werden.
Harzaustritt:
flüssig und honigartig
Das
ausgetretene Harz ist mit Reinigunsbenzin oder ähnlichem und einem
weichen Lappen gründlich von der Holzoberfläche zu entfernen.
Die
nach der Behandlung eventuell matt gewordenen Holzoberflächen müssen
jetzt mit einem Pflegemittel behandelt werden. Nehmen Sie etwas Pflegemittel
auf einen weichen Lappen und behandeln Sie die gesamte Holzfläche
des Elementes. Ein eventuell überhöhter Glanz bildet sich nach
wenigen Tagen zurück.
6.
Allgemein
Für
die Herstellung unserer verarbeiteten Hölzer kommen nur ausgesuchte
Rohstoffe zum Einsatz. Doch trotz sorgfältigster Materialauswahl und
modernen Fertigungsmethoden lassen sich bei Holz die dargestellten Besonderheiten,
die in der Praxis zu beobachten sind, nicht vermeiden.
Diese
Merkmale sind unbeeinflussbare Eigenschaften des Werkstoffes Holz und können
daher nicht reklamiert werden!
Holz
ist und bleibt ein Naturprodukt! |